2384. Sippung - Wer Stiefel putzt, hat Kekse drin


Im ersten Teil der Sippung am Nikolaustag fungierte Rt Krokus. Nach dem Abendlied inklusive 5. Strophe wurde der Einritt fast fehlerfrei celebriert; zu Gast waren Kn 515 (45), Rt Abt-mala (2) sowie unsere Botschafter Rt Sans Barbe (2) und Rt Ruhig Blut (175), der zudem noch Schwanenritter unseres Reyches ist.

Nach vortrefflich verlesenem Protokollum und einem kurzen Auftritt des Kantzlers ergriff der Rt Ruhig Blut (175) das Wort und dankte den Sassen der Junkertafel, die beim 125. Stiftungsfest mitgewirkt haben, für ihren Einsatz. Sie wurden in Anlehnung an einen Beitrag, der beim Stiftungsfest zum Vortrage kam, mit einer Soljanka-to-go, also in Konservenform, als Dank beschenkt.

Dann wurde dem Reych vom Rt Palimpsest mitgeteilt, dass ein in der Potsdamia gut bekannter und sich um den Stammtisch in Brandenburg sehr verdienter Freund, Rt Boa (2), gen Ahall geritten ist. Das Reych nahm betroffen mit einem Trauerlulu Anteil.

Jetzt fand der erste Funktionswechsel statt und Rt Kusen-Pien übernahm die Funktion des Fungierenden in der folgenden Schlaraffiade.

Während dieser Schlaraffiade wurde zum einen eine Nachwahl des Ceremonienmeisters durchgeführt, da der bisherige C Rt Schaljapini sich fahrend gen Norden gemeldet hatte. Als neuer C wurde Rt Pirouett vorgeschlagen und per Akklamation bestätigt.

Für seinen Einsatz bei der Fechsung eines neuen Hermelorums wurde Rt Pirouett zudem noch mit dem Titul „Potsdamias Meistercouturier von Samt und Seide“ ausgezeichnet.

Weiterer wesentlicher Punkt der Schlaraffiade war die Kugelung des Prüflings Oleg Graf Siemionow. Vollkommend überraschend wurde der Prüfling weiß gekugelt und im Reych Potsdamia als Knappe 158 unter großem Jubel der Sassenschaft willkommen geheißen. Der zutiefst bewegte jüngste Knappe der Potsdamia las dann zwar vor, dass die „Entkleidung“ in der kommenden regulären Sippung stattfinden solle; man konnte sich aber noch auf eine „Einkleidung“ einigen. Die Schlaraffiade endete dann mit der Schmuspause, in der es ein Liebesmahl des Kn 158 gab - standesgemäß Soljanka.

Im zweiten bzw. dritten Teil fungierte Rt Najut. Um den schlaraffischen Gesang zu stärken, wurde zunächst die Ballade gemeinsam gesungen. Dann begann der Fechsungsreigen: Zunächst trug Rt Abt-mala (2) ein Gespräch zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann vor, das der Kinderliederautor Rolf Zuckowski geschrieben hat.

Gefolgt wurde dieser Vortrag von einer sehr anschaulichen Präsentation schlaraffischen Wesens im profanen Leben durch den Kn 515, der uns an seiner gereimten Reaktion auf einer Schreiben seiner Hausverwaltung teilhaben ließ.

Rt Palimpsest nahm zunächst den Nikolaustag zum Anlass daran zu erinnern, dass einem nicht nur an diesem Tag etwas von anderen in die Schuhe geschoben würde. Dann unternahm er einen literarischen Ausflug in die sogenannte „Butzenscheibenromantik“ und las Gedichte von Victor von Scheffel sowie dem großen Karl Valentin vor.

Rt Oh Komma fechste zum Thema in Reimform darüber, dass Torte in Schuhen doch besser als Kekse sei.

Rt Pirouett erzählte die Geschichte der Kündigung des Nikolaus aufgrund von Alkoholmissbrauch. Bevor er dies jedoch von der Rostra aus tun konnte, meldete sich spontan Rt Habra, drängte den Hofnarren aus der Rostra und ließ das Reych an einem von ihm spontan gefechsten und vermutlich von kaum einem der Sassen verstandenem Sonett über das Extempore teilhaben.

Nun begann der Auftritt der Junkertafel. Zunächst berichtete Jk Reinhard vom Lenchen aus Halle und ihrem Schicksal mit Mausefallen in den Stiefeln und wies auf die Wichtigkeit des Putzens von Schuhwerk hin.

Kn 154 erläuterte, dass die in den Stiefeln steckenden Kekse bei Unachtsamkeit durchaus zu Krümeln werden könnten und konnte damit die Notwendigkeit einer Gebäckversicherung beweisen.

Der frische Kn 158 spielte zusammen mit unserem Zinkenmeister Kn 155 mit Seufzerholz und Clavizimbel das Stück „Der Schwan (Le Cygne)“ von Camille Saint-Saëns. Beim anschließenden Dank des Fungierenden an die Musici erbrachte Rt Najut die wohl netteste freudsche Leistung des Abends, indem er an den Kn 155 gewandt von der Zeit sprach, „wenn Eure Burgwonne wieder unter Euch weilt“. Dabei erwachte sogar der OI Rt Krokus, der - und damit war er nicht allein in der Burg - ob der Länge der Sippung mit der Schwere der Augenlider zu kämpfen hatte.

Erst wenige Minuten vor der Mitternachtsstunde wurde dann wirklich das Sippungsschlußlied gesungen und ein langer, aber überaus unterhaltsamer Abend ging zu Ende.

 

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